und Frieden
von dem der war,
der ist und
der kommt.
Amen.
So fragt man sich
wenn die Sonne untergeht
und es Nacht wird in der Seele
und – wenn überhaupt -
nur in winziger Funke Hoffnung
noch da ist
der fast verglimmt.
Wenn Menschen diese Welt verlassen
nicht nur eine kleine Zeit
sondern für immer?
Und einer bleibt zurück.
Wenn alle Hoffnungen auf ein gutes Leben
wie Sand
zwischen den Fingern zerrinnen
und am Ende
nichts bleibt
als Angst
und Not
und Tränen?
wenn schon das Lachen eines Kindes
und das Zwitschern der Vögel
und der orangerote Sonnenuntergang
der Seele Schmerz bereiten?
Wenn man zwar weiß,
dass es eine Zukunft gibt,
diese aber
in dicke Nebelschwaden gehüllt ist
und jede Idee fehlt
wie alles gut werden kann?
(NEBEL heißt übrigens
rückwärts gelesen
LEBEN. Zufall?)
Nach Ostern?
Trotz Ostern?
Wegen Ostern?
Gestorben und begraben.
Am dritten Tage auferstanden von den Toten.
Glaube ich?
dass Leben tatsächlich weitergeht?
#Fragen2019
für die Menschen in Sri Lanka,
die ihre Liebsten
bei den Anschlägen am Ostersonntag
verloren haben?
weiter für die Eltern aus Dänemark,
die dabei drei ihrer vier Kinder verloren?
Trans-Mann Ong aus Malaysia, die ihren
Abschiebebescheid in den Händen halten
und auf die in ihrer Heimat der sichere Tod wartet?
Für die hoch betagte Mutter,
deren Tochter den Kampf gegen den Krebs
für immer verloren hat?
Für Heiko, dessen begrenzte Job-Chancen
sich diese Woche wieder zerschlagen haben:
Langzeitarbeitslos = chancenlos = wertlos.
Wenn die Depression zuschlägt
und für Marie die Sehnsucht nach dem Tod
größer ist, als der Wille zum Leben?
Das war auch ihre Frage.
Sie begleiteten Jesus in den Tod:
Maria und Johannes, Salome, Petrus und
Jakobus, Bartholomäus, Thomas
und alle anderen.
Und als würde das alleine nicht reichen,
beginnt für sie der Ostermorgen,
mit dem Schrecken
eines leeren Grabes.
„Fürchtet euch nicht!“
war die Botschaft des Engels.
Zwischen Hoffen und Bangen
leben sie seither
und warten
und vertrauen darauf,
dass sich das alles als wahr erweisen wird.
Gestorben und begraben.
Am dritten Tage auferstanden von den Toten.
den trauernden und verwirrten
Jüngerinnen und Jüngern
begegnet er
am Abend in Jerusalem.
Können glauben.
Und hoffen, dass das alles wahr ist.
Friede mit euch
hat er gesagt.
Ihr Leben geht weiter
weil sie dem Auferstandenen begegnet sind.
Weil der Tod dann wohl doch nicht das Ende war.
Weil er nicht da war.
Thomas ist Realist.
Erzählen kann man ihm viel.
„Solange ich ihn nicht selbst gesehen habe
und solange ich nicht
die Wunden der Nägel
in seiner Handfläche gespürt habe:
Solange glaube ich nicht.“
So sagte er es.
Eine Woche vergeht in der Gewissheit:
Thomas hat Jesus verpasst.
und seine Zweifel
nicht verpasst.
Jesus kommt zurück und
lässt den ihn, den Zweifler,
näher an sich heran,
als alle anderen.
Lässt sich berühren.
Friede mit euch!
Frieden ist mit Thomas.
Er hat Jesus gesehen und weiß jetzt:
Das Leben geht weiter.
#SeligGlauben
die nicht sehen und doch glauben!
Jesus findet
klare Worte
zum Abschied.
Sieht die Menschen,
die voll von Zweifel,
aber auch von Hoffnung erfüllt
sehen, hören, spüren und riechen wollen,
dass der Tod entmachtet ist
und das Leben weitergeht.
Jesus weiß,
dass es sich in Zukunft so anfühlen wird,
als ob er weit weg wäre.
Weiß auch, dass die Zeit kommen wird,
in der keiner mehr auf dieser Erde lebt,
der ihm leibhaftig begegnet ist.
Selig sind,
die nicht sehen und doch glauben!
Ein Vermächtnis
für Maria und Johannes,
Salome, Petrus und Jakobus, Bartholomäus,
und alle anderen.
Ein Vermächtnis für diejenigen,
die Jesus nie gesehen haben.
Für die Zweifler wie Thomas.
Für uns.
für die, die glauben.
zu den Menschen
bis an die Enden der Erde
und das Ende der Zeit.
Gesandt hat er sie auch nach
Pontus, Galation, Kappadozien,
in die Provinz Asia und nach Bithynien.
Es entstehen Gemeinden der Glaubenden.
Und an die Christen dort
ist ein Brief überliefert,
der im Laufe der Geschichte
dem Apostel Petrus zugeschrieben wurde.
Er schreibt:
#Brief (1. Petrus 1,3-9, BigS)
Ursprung von Jesus Christus,
zu dem wir gehören.
Gott hat großes Mitleid gehabt
und uns wiedergeboren,
so dass Hoffnung
in uns lebendig geworden ist,
weil Jesus Christus
von den Toten aufgestanden ist.
Wir hoffen,
dass wir etwas erben werden, das nie vergeht,
das ohne Fehler ist und nicht verwelkt.
Es wird in den Himmeln für uns aufbewahrt,
für uns, die wir behütet werden von Gottes Kraft,
weil wir an die Rettung glauben,
die darauf wartet,
am Ende der Zeit für alle offen gelegt zu werden.
(…)
Obwohl ihr den, dem ihr vertraut,
jetzt nicht seht,
jubelt ihr mit einer Freude,
die nicht mit Worten ausgedrückt werden kann,
die im Glanz strahlt,
denn ihr erreicht das Ziel eures Glaubens:
euer Leben wird gerettet.
#GuterHoffnungsein
dann sagte man früher:
„Ich bin guter Hoffnung“.
Weil man wusste:
nach den Schmerzen
schreit ein neues Leben.
Eine Geburt
ist die Schwelle
zwischen Leben und Tod.
Nicht immer geht es gut.
Auch heute noch ist
dieser Übergang ins Leben
mit Schmerzen verbunden.
Und mit einem gewissen Risiko,
auch wenn die moderne Medizin
Sicherheit verspricht.
Wer geboren wird,
muss durch einen dunklen
Geburtskanal hindurch.
Erfährt Schmerzen und Enge.
Ist das geschafft:
der erste Atemzug.
Der Beginn eines Lebens
unter ganz anderen Voraussetzungen.
Im Bauch der Mutter
geht es einem Kind bestens.
Durch die Nabelschnur
an die Plazenta angebunden,
ist das Leben des Kindes sichergestellt.
Mit der Geburt
geht es durch Hölle, Enge, Dunkelheit und Schmerz.
Nach der Geburt,
abgeschnitten von der sicheren Versorgung,
atmet und isst das Kind selbständig.
Neues, eben geborenes Leben.
Gott hat uns wiedergeboren, sodass Hoffnung in uns lebendig ist. schreibt Petrus.
ist wie atmen,
obwohl man gar nicht weiß, wie es geht.
Und deshalb haben wir die Hoffnung,
dass das Leben weitergeht.
Dass nicht nur unser Körper,
sondern auch unsere Seele weiteratmet
Auch in der Lebenskrise,
im Schicksalsschlag,
im Angesicht des Todes.
#Behütetsein
und selbständiger,
lernen sie Laufen.
Sie lernen, aufzustehen,
und sich der Schwerkraft zu widersetzen.
Wenn sie das tun,
bleiben Beulen und Schrammen nicht aus.
Und manchmal tut es richtig weh.
Wenn Kinder laufen lernen,
dann ist da die Hand,
die festhält und loslässt.
Und wieder auffängt.
Kein Kind überlegt sich das beim Üben:
Ist Mama da oder nicht?
Kann ich jetzt loslaufen?
Ist die Treppe zu steil für mich
oder geht das gut?
und vertrauen darauf,
dass die Hand da ist,
wenn sie eine brauchen.
Zum Auffangen
und festhalten
und getröstet werden.
weil wir an die Rettung glauben.
durchatmen
und dann wieder neu laufen lernen.
Schritt für Schritt Dinge tun,
für die bisher die Kraft gefehlt hat.
Hinfallen, aufstehen. Weitergehen.
Weil das Leben weitergeht.
Anders als vorher.
Die Schwerkraft ist da.
Der Schmerz auch.
Und der Auferstandene.
erträgt es ein Mensch
geboren zu werden,
durch die Hölle zu gehen,
Schmerz zu ertragen
an Leib und Seele?
wieder neu Laufen zu lernen
und das Leben
- auf andere Art wie bisher -
neu zu beginnen?
kann man fragen
„Wie geht das Leben weiter?“,
ohne an dieser Frage zu zerbrechen?
bleibt die Frage nach Ostern.
Nach dem leeren Grab.
Es bleibt die Frage
nach der der Auferstehung der Toten
und dem ewigen Leben.
Am Ende bleibt die Frage,
warum das überhaupt alles einen Sinn macht
mit dem Vertrauen
auf einen unsichtbaren Gott.
endet so:
euer Leben wird gerettet.
Bis dahin
ist unser Leben
wie Geborenwerden
und Laufen lernen
und durch die Hölle gehen.
Und immer wieder von vorn anfangen.
Voller Vertrauen und Hoffnung
dass am Ende alles gut sein wird.
Dass wir mit Gott zusammen
auf einer Wiese voller Butterblumen sitzen
und Erdbeeren mit Sahne essen.
Und Gott uns erklärt,
wie alles wirklich ist.
Wir dann selig sind weil wir sehen.
Und glauben.
Und jubeln mit einer Freude,
die nicht mit Worten ausgedrückt werden kann.






